Tutorial: Storyboard
Das Template „Storyboard“ hilft, eine Geschichte oder Lernsequenz in Szenen zu planen, bevor sie als Video, Comic, Bildfolge, Präsentation oder interaktives Produkt umgesetzt wird. Es ist medienneutral: Zuerst wird geklärt, welche Funktion jede Szene hat; erst danach wird entschieden, ob Text, Bild, Ton, Video oder Interaktion am besten passt.
Wozu ein Storyboard dient
Ein Storyboard verhindert, dass digitale Produkte nur aus einzelnen Ideen bestehen. Es zwingt dazu, Übergänge, Zeitstruktur, Perspektive, Konflikt und Wendepunkt sichtbar zu machen. Damit unterstützt es Kohärenz und Handlungslogik (Friedmann, 2016; Martínez & Scheffel, 2019).
Arbeitsweise
- Idee klären: Thema, Zielgruppe, Lernziel und Ton bestimmen.
- Geschichte planen: Hauptakteur, Ausgangslage, Konflikt und Kernbotschaft formulieren.
- Szenen bauen: Für jede Szene festhalten, was sich verändert.
- Medienfunktion bestimmen: Entscheiden, was Text, Bild, Ton oder Interaktion leisten.
- Reflexion sichern: Prüfen, wie Lernende das Ergebnis auswerten.
Beispiel
Bei einem Storyboard zum Thema „Tiere als Texttiere“ könnte Szene 1 eine vertraute Deutung zeigen: Das Tier wird als Symbol gelesen. Szene 2 irritiert diese Lesart durch eine konkrete Textbeobachtung: Das Tier hat eine eigene Körperlichkeit, Bewegung oder Wahrnehmungslogik. Szene 3 führt zur Einsicht: Die literarische Funktion des Tieres ist nicht nur allegorisch, sondern textuell und medial organisiert.
Gute Szenenfragen
- Was verändert diese Szene?
- Woran schließt sie an?
- Was bereitet sie vor?
- Welche Perspektive dominiert?
- Ist diese Szene Gegenwart, Rückblende, Vorausdeutung oder Parallelhandlung?
- Welche Modalität trägt die wichtigste Information?
Coach und Qualitätscheck
Nutzen Sie den Coach, um Szenenfunktionen zu prüfen: „Welche Szene ist mein Wendepunkt?“ oder „Wo ist der Übergang unklar?“ Der Qualitätscheck achtet besonders auf Szenenfunktion, Zeitlogik, Kohärenz und multimodale Stimmigkeit.
AI-Literacy-Verortung
Das Storyboard-Template verortet KI vor allem in Managing AI: Lernende zerlegen ein komplexes Vorhaben in Szenen, Medienfunktionen und Übergänge und entscheiden dann, welche Teilaufgabe KI sinnvoll unterstützen darf. KI kann etwa alternative Szenenfolgen, Übergangsfragen oder Medienideen anbieten. Die Entscheidung, welche Szene eine Funktion im Bedeutungsaufbau hat, bleibt aber beim Menschen (OECD, 2025).
Gleichzeitig fördert das Template Engaging with AI, weil KI-Vorschläge geprüft werden müssen: Ist die Zeitlogik stimmig? Wird ein Wendepunkt tatsächlich markiert? Doppeln sich Text, Bild und Ton? Durch diese Prüfung wird sichtbar, dass KI-Ausgaben nicht automatisch kohärente Erzählplanung sind, sondern Material für Revision.
Literaturverzeichnis
- Friedmann, J. (2016). Transmediales Erzählen: Narrative Gestaltung in Literatur, Film, Graphic Novel und Game. Herbert von Halem.
- Martínez, M., & Scheffel, M. (2019). Einführung in die Erzähltheorie (11., überarbeitete und aktualisierte Aufl.). C. H. Beck.
- OECD. (2025). Empowering learners for the age of AI: An AI literacy framework for primary and secondary education (Review draft). OECD. https://ailiteracyframework.org