Tutorial: Transmediale Storyworld
Das Template „Transmediale Storyworld“ unterstützt Projekte, in denen eine Geschichte nicht in einem einzigen Medium erzählt wird. Stattdessen verteilt sich die Storyworld auf mehrere Medien: Text, Bild, Audio, Video, Karte, Social-Media-Format, Comic, Website, Ausstellung oder interaktive Station.
Was eine Storyworld ausmacht
Eine Storyworld ist mehr als eine Handlung. Sie umfasst Regeln, Räume, Figuren, Konflikte, Wissensbestände, Perspektiven und mögliche Einstiegspunkte. Transmediales Erzählen ist dann sinnvoll, wenn jedes Medium einen eigenen Beitrag leistet und nicht nur denselben Inhalt wiederholt (Gnüchtel, 2025; Jenkins, 2006; Krichel, 2024).
Arbeitsweise
- Storyworld-Kern klären: Zielgruppe, Weltkern und Leitspannung bestimmen.
- Medienarchitektur planen: Welche Medien gehören dazu, und wofür sind sie zuständig?
- Figuren und Perspektiven entwickeln: Welche Sichtweisen werden über welche Medien sichtbar?
- Medienübergreifende Szenen planen: Wie greifen Module, Szenen oder Kanäle ineinander?
- Partizipation und Reflexion sichern: Wie arbeiten Nutzerinnen und Nutzer aktiv mit der Storyworld?
Beispiel
Eine transmediale Storyworld zum Thema „Störche, Müllhalden und Mensch-Tier-Verhältnisse“ könnte aus einer Karte, kurzen Audio-Statements, Bildkarten und einem Reflexionsauftrag bestehen. Die Karte zeigt Bewegungsräume, Audio vermittelt Perspektive, Bildkarten zeigen Irritationen, und ein Reflexionsmodul fragt nach Verantwortung, Umwelt und Wahrnehmung. Jedes Medium übernimmt eine eigene Funktion.
Gute Leitfragen
- Welche Information ist nur in diesem Medium sinnvoll?
- Wo können Nutzerinnen und Nutzer in die Storyworld einsteigen?
- Welche Regeln sichern Kohärenz?
- Welche Medienwechsel erzeugen Erkenntnis statt Verwirrung?
Qualitätscheck
Der Check achtet besonders auf Medienfunktion, Kohärenz, Zielgruppenpassung und transmediale Rezeptionsanforderungen. Eine gute Storyworld ist nicht einfach „vielmedial“, sondern funktional verteilt und nachvollziehbar verbunden.
AI-Literacy-Verortung
Eine transmediale Storyworld verbindet Creating with AI und Designing AI. KI kann helfen, Einstiegspunkte, Medienmodule, Figurenperspektiven oder alternative Pfade zu entwerfen. Zugleich müssen Lernende verstehen, dass ein KI-Vorschlag nicht automatisch eine kohärente Storyworld erzeugt. Kohärenz entsteht durch Regeln, wiedererkennbare Perspektiven, funktionale Medienverteilung und nachvollziehbare Übergänge (OECD, 2025).
Im Plugin wird diese AI-Literacy-Logik sichtbar, weil der Coach nicht nur nach „mehr Ideen“ fragt, sondern nach Medienarchitektur: Welcher Kanal trägt welche Information? Wo entsteht Nutzeraktivität? Welche Daten, Quellen oder KI-Vorschläge wurden verwendet? Damit lernen Nutzerinnen und Nutzer, KI-Systeme für komplexe Medienprodukte zu steuern und ihre Grenzen kritisch zu beachten.
Literaturverzeichnis
- Gnüchtel, T. (2025). Mehr als „Einleitung, Höhepunkt, Schluss“: Überlegungen zu transmedialen narrativen Rezeptionskompetenzen im Deutschunterricht der mittleren Jahrgangsstufen. MiDU – Medien im Deutschunterricht, 7(1). https://doi.org/10.18716/OJS/MIDU/2025.1.6
- Jenkins, H. (2006). Convergence culture: Where old and new media collide. New York University Press.
- Krichel, A. (2024). Aspekte und Anforderungen achronologischen Erzählens in der digitalen Kinderliteratur: Theoretischer Überblick und empirische Ergebnisse. MiDU – Medien im Deutschunterricht, 6(1). https://doi.org/10.18716/OJS/MIDU/2024.1.6
- OECD. (2025). Empowering learners for the age of AI: An AI literacy framework for primary and secondary education (Review draft). OECD. https://ailiteracyframework.org