Template: Unterrichtsmaterial

Tutorial: Unterrichtsmaterial

Das Template „Unterrichtsmaterial“ richtet sich an Lehrende und Dozierende, die ein storytellingbasiertes Lernmaterial entwickeln wollen. Das Ergebnis soll nicht nur eine Geschichte sein, sondern eine didaktisch begründete Lernumgebung mit Zielgruppe, Lernziel, Aufgabe, Reflexion, Bewertungskriterien und ggf. KI-Regeln.

Warum Storytelling im Unterricht didaktisch gerahmt werden muss

Storytelling kann fachliche Gegenstände anschaulich, perspektivisch und problemorientiert erschließen. Es kann aber auch dekorativ werden, wenn die Geschichte nur „interessant“ wirkt, ohne das Lernen zu tragen. Deshalb fragt dieses Template konsequent nach fachlichem Schwerpunkt, Lerngruppe, Kompetenzziel, Arbeitsauftrag und Reflexion (Frederking et al., 2018; Spinner, 2006).

Arbeitsweise

  1. Lerngruppe und Lernziel bestimmen: Was soll am Ende verstanden oder gekonnt werden?
  2. Fachlichen Schwerpunkt klären: Welcher Gegenstand ist wirklich zentral?
  3. Storytelling-Bausteine auswählen: Konflikt, Perspektive, Szene, Medium, Reflexion.
  4. Arbeitsauftrag formulieren: Was tun Lernende konkret?
  5. Hilfestufen planen: Welche Unterstützung brauchen unterschiedliche Lernende?
  6. Bewertungskriterien festlegen: Was gilt als gelungene Lösung?
  7. KI-Nutzung und Rechte klären: Was ist erlaubt, was muss dokumentiert werden?

Beispiel

Ein Unterrichtsmaterial zu literarischen Tieren könnte das Lernziel haben: Lernende unterscheiden symbolische, allegorische und texttierliche Lesarten. Das Storytelling-Element könnte eine kurze Bild-Text-Sequenz sein, in der eine vertraute Deutung irritiert wird. Der Arbeitsauftrag könnte lauten: „Überarbeitet eine Szene so, dass das Tier nicht nur als Symbol erscheint, sondern als Wahrnehmungs- und Bedeutungsfigur.“

Qualitätscheck

Der Check prüft besonders Zielgruppenpassung, Kompetenzbezug, Reflexion der Entscheidungen, Quellenprüfung und Rechteprüfung. Das ist wichtig, weil Unterrichtsmaterial nicht nur als Produkt, sondern als nachvollziehbarer Lernprozess bewertet werden sollte.

KI-Regel

Wenn KI genutzt wird, muss festgelegt werden, wofür sie helfen darf: Ideen sammeln, Varianten prüfen, Sprache vereinfachen oder Feedback geben. Nicht ausreichend ist: „Die KI hat das Material geschrieben.“ Der eigene didaktische Anteil muss sichtbar bleiben (KMK, 2024; OECD, 2025).

AI-Literacy-Verortung

Beim Template „Unterrichtsmaterial“ liegt der Schwerpunkt auf Managing AI. Lehrende oder Lernende entscheiden, ob KI für ein bestimmtes Lernziel geeignet ist, welche Teilaufgaben sie übernehmen darf und welche menschlichen Entscheidungen unverzichtbar bleiben. Dazu gehören Zielgruppenpassung, Kompetenzbezug, Aufgabenqualität, Quellenprüfung, Rechteprüfung und Eigenanteil (OECD, 2025).

Gleichzeitig wird Designing AI vorbereitet: Nicht im Sinne eigener Modellprogrammierung, sondern als Verständnis dafür, wie Lernumgebungen KI didaktisch einbetten. Das Plugin macht sichtbar, welcher Prompt, welches Template, welche Phase und welche Qualitätskriterien die KI-Antwort rahmen. Dadurch wird KI-Nutzung nicht nur erlaubt oder verboten, sondern lernzielbezogen gestaltet.

Literaturverzeichnis

  • Frederking, V., Krommer, A., & Maiwald, K. (2018). Mediendidaktik Deutsch: Eine Einführung (3., neu bearbeitete und erweiterte Aufl.). Erich Schmidt.
  • KMK. (2024). Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen. Kultusministerkonferenz. https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2024/2024_10_10-Handlungsempfehlung-KI.pdf
  • OECD. (2025). Empowering learners for the age of AI: An AI literacy framework for primary and secondary education (Review draft). OECD. https://ailiteracyframework.org
  • Spinner, K. H. (2006). Literarisches Lernen. Praxis Deutsch, 200, 6–16.